
Welcher AP Racing Pro5000R Bremssattel ist der beste für mich?
CP9668 vs CP9660: Ähnlichkeiten und viele Verwechslungen
- Einleitung
- Gemeinsame Basis
- Unterschiede zwischen 9668 und 9660
- Auswahlkriterien
- Fazit und beste Wahl
Einleitung
Im Folgenden geht es um die Entscheidungskriterien zwischen einem CP9668 und einem CP9660. Der CP9665 wird der Einfachheit halber bewusst ausgeklammert, aber für uns ist er, abgesehen von seinem anderen Lochabstand gegenüber dem CP9668, dessen Zwillingsbruder. Wir versuchen, es verständlich zu halten, um Ihnen die Wahl im Dschungel der großen Bremsanlagen zu erleichtern.
Wenn man über den Umstieg auf eine große Bremsanlage nachdenkt, gibt es zahlreiche Marken wie Brembo, Alcon, adaptierte Porsche-Bremsen, PFC und natürlich AP Racing.
Auch wenn ein Porsche-Bremssattel von Brembo hergestellt wird, unterscheidet er sich meist deutlich vom Brembo, den man an einem Civic Type-R oder einem Mégane RS findet, denn in der Industrie wird alles vom Lastenheft bestimmt, und damit vom Preis dahinter!
Hat man das einmal festgestellt, sieht man schnell, dass man nicht in Kategorien wie Brembo vs AP Racing vs Alcon vs PFC denken kann. Um eine fundierte Wahl zu treffen und keine, die von einem Modetrend diktiert wird, müsste man ins Detail der Vorteile der Sättel gehen und klären, warum es wirklich ein Wettbewerbsvorteil ist.
So weit ins Detail gehen wir hier nicht, denn die AP-Racing-Sättel der Pro5000R-Reihe bieten das Beste ihres Know-hows zu einem noch erschwinglichen Preis. Wir erklären aber, warum es 2 Sättel gibt, die die Nase vorn haben und unter Trackday-Fahrern oft für Diskussionen sorgen.
Da jeder Sattel seine ganz eigenen Vorteile bietet, nehmen wir das genauer unter die Lupe, damit Sie klarer sehen und die passendste Wahl für IHREN Einsatzzweck treffen können.
Gemeinsame Basis
CP9668 und CP9660 teilen eine gemeinsame DNA: die Konstruktion per Computersimulation, die Kräfte, Wärmeaustausch und Massenverteilung optimiert und dabei die Festigkeit erhält.
Das Ergebnis ist ein komplett asymmetrischer Sattel, steifer unter dynamischer Last, aber auch besser belüftet als herkömmliche Sättel. Diese Fortschritte stammen vor allem aus dem Rennsportengagement von AP Racing.
Es hat Jahre gedauert, diese Spitzentechnologien aus dem Wettbewerb für die breite Öffentlichkeit verfügbar zu machen, unter anderem dank modernster Schmiedetechniken. Diese 2 Sättel bilden mit ihrer zweiteiligen Bauweise das Rückgrat der Radi-Cal-Reihe.

Die Ähnlichkeit ist ziemlich offensichtlich und die Gemeinsamkeiten zahlreich: 2 verschraubte Hälften, eine schnell abnehmbare Brücke, Edelstahlkolben mit konkavem Boden, reibungsarme Dichtungen, eine harteloxierte Oberfläche, interne Kanäle, die die Brückenleitung für die Bremsflüssigkeit überflüssig machen. Sogar die Kolbengrößen sind identisch, und auch die Belagformen sind gleich.
Sie teilen sich auch vergleichbare Scheibengrößen, aber damit endet die Liste der Gemeinsamkeiten.
Unterschiede zwischen 9668 und 9660
Denn auch wenn sie auf derselben Scheibe austauschbar sind, ist der 9660 schmaler, und der 9668 ist insgesamt mehr als 25 mm breiter zu beiden Seiten seiner Achse, was natürlich Sorgfalt bei der Felgenwahl erfordert.
-
Beläge
Diese größere Sattelbreite ermöglicht den wichtigsten Unterschied zwischen unseren 2 Kandidaten: ein 25 mm dicker Belag beim 9668 und ein 18 mm dicker Belag beim 9660.

-
Belaghaltebrücke
Bei den optischen Unterschieden bietet der 9668 neben seiner Größe optional auch eine obere Schnellwechselbrücke anstelle der klassischen verschraubten Brücke.
CP9660 mit klassischer Brücke:

CP9668 mit optionaler Schnellwechselbrücke:

Auswahlkriterien:
Nachdem die Unterschiede nun dargelegt sind, sieht man zwar klarer, hat aber nicht unbedingt die Kriterien für die klügste Wahl. Deshalb schlagen wir Ihnen folgende entscheidende Kriterien vor:
-
Freiraum innen in der Felge:
Sehr oft läuft die Wahl des Sattels darauf hinaus, die Bremsen mit dem Lieblingsdesign der Felgen in Einklang zu bringen; für viele Trackday-Fahrer spielt heutzutage die Optik eine Rolle.
Der 9660 braucht kaum mehr Platz als ein Einkolben-Schwimmsattel und passt sogar in die Originalfelge, wenn die Scheibengröße es zulässt; schlimmstenfalls ist eine Distanzscheibe von ein paar Millimetern die einzige Einschränkung.
Tipp von Team Lupos: Ab 12 mm Distanzscheibe empfehlen wir die Umrüstung auf Stehbolzen!
Bei aktuellen Felgendesigns passt der 9660 aber oft ohne Distanzscheibe. Bei älteren Modellen mit großer Einpresstiefe ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es ohne Distanzscheiben nicht passt.
Beim 9668 müssen Sie dagegen den Freiraum in der Felge mithilfe einer Schablone (die wir Ihnen zur Verfügung stellen können) genau prüfen und vielleicht sogar ein oder zwei Sätze Felgen, Stehbolzen und Distanzscheiben nachkaufen. Ein Punkt, den man beim Kauf bedenken sollte, denn diese Zusatzkosten können diese Option recht schnell disqualifizieren.
-
Länge der Sessions oder Rennen:
Der 9668 wurde für Langstreckenrennen entwickelt; die 25-mm-Beläge und die Schnellwechseloption für die Beläge sind das perfekte Beispiel dafür. Objektiv halten 25-mm-Beläge länger.
Wenn Sie aber nur Sessions von 15 oder 20 Minuten, Qualifyings oder kurze Rennen fahren, reicht der 9660 vollkommen aus.
Auch wenn es angesichts der Vielzahl an Faktoren praktisch unmöglich ist, die Lebensdauer Ihrer Beläge vorherzusagen, ist sicher, dass 18-mm-Beläge mehrere Trackdays halten, und die 25-mm-Beläge des 9668 proportional noch länger.
Und da die meisten Serienbeläge dünner als 18 mm sind und eine kleinere Fläche haben, gewinnen Sie in jedem Fall an Belaglebensdauer.
Wenn Langlebigkeit Ihre Priorität ist und Sie Belagwechsel hassen, ist der 9668 der Champion in dieser Kategorie.
-
Belagpreise
Der Belagpreis ist ein weiteres Auswahlkriterium. 25-mm-Beläge sind logischerweise teurer als ihre 18-mm-Cousins, da die meisten Hersteller grob nach Dicke abrechnen. Allerdings führt die jahrzehntelange Dominanz der 18-mm-Stärke dazu, dass die größeren Stückzahlen aggressivere Preise ermöglichen.
Pro Millimeter gerechnet ist der 25-mm-Belag also nur ganz leicht teurer als der 18-mm-Belag.
Wenn Sie Ihre Wartung nicht selbst machen, sparen Sie Arbeitszeit beim Wechsel (auch wenn der Belagwechsel an diesen Sätteln objektiv kaum länger dauert als ein Radwechsel, so gut sind sie konstruiert!).
-
Verfügbarkeit der Belagmischungen.
Da die Form gleich ist, können Sie, falls Ihnen die 25-mm-Beläge ausgehen, jederzeit einen Satz 18-mm-Beläge einsetzen; das ist so, als würden Sie einen Ersatzsatz von einem früheren Fahrtag einbauen.
Aus dieser Sicht lässt Sie der 9668 nicht ohne Optionen und bietet mehr Flexibilität.
Da der 25-mm-Belag dagegen eher auf Langstrecke ausgelegt ist, finden Sie leichter Mischungen speziell für diese Disziplin. Es kann also sein, dass die aggressivsten Beläge in 25 mm nicht verfügbar sind und Sie in diesem Fall 18 mm einbauen müssen. Die 18-mm-Beläge sind dagegen eher auf Sprint ausgelegt, und das Angebot konzentriert sich stärker auf weiche Mischungen mit hohem Reibwert.
-
Ungefederte Massen
Dieser Punkt lässt sich als Folge der verfügbaren Belagtypen sehen. Im Vergleich zu einer Serienbremse mit Einkolbensattel oder sogar einem klassischen 6-Kolben-Sattel, der im Schnitt oft fast doppelt so viel wiegt (3,6 kg bis 5,4 kg):
Der 9660 wiegt etwa 2,8 kg
Der 9668 wiegt etwa 3,1 kg
Die Beläge des 9660 sind im Schnitt 40 % leichter, der 9660 ist also der Leichtbau-Champion, wenn Sie jedem Gramm hinterherjagen, insbesondere bei den ungefederten Massen.
Ansicht der Reihe, von links nach rechts: CP9668, CP 9660, CP94XX

von der Seite und in umgekehrter Reihenfolge:

Fazit und beste Wahl:
Vereinfachte Entscheidungsmatrix:
- Ich will wirklich keinen Felgensatz kaufen müssen, höchstens Distanzscheiben = 9660
- Ich fahre 20-Min.-Sessions oder Rennen und jage Rundenzeiten mit aggressiven Belägen = 9660
- Ich will die Gewichtsersparnis optimieren, ich will das Leichteste = 9660
- Ich fahre Langstrecke, ich will maximale Haltbarkeit = 9668
- Ich hasse Belagwechsel = 9668
- Mir ist ein geringerer Belagverschleiß lieber, und ich verliere dafür ein paar Zehntel mit einem weniger aggressiven Belag = 9668
Letztlich ist es egal, wie Sie sich entscheiden: Mit Pro5000R kann man kaum etwas falsch machen. Wie erläutert, ist das Renntechnik für jedermann, und bis heute bietet nicht einmal PFC, eine Spitzenmarke, die im Langstreckensport an GT3 Cups eingesetzt wird, ein Gegenstück.
Und auf der Strecke garantieren diese Bremsen in Kombination mit guten Belägen einen irren Spaß, und selbst bei etwas zu überschäumendem "Optimismus" ist die Bremsreserve absolut verrückt. Die ersten Runden mit diesen Bremsen bringen meist schlechtere Zeiten, weil sie so stark bremsen. Sie werden Ihre Bremspunkte neu justieren müssen!



Share: